Mit Wärmebilddrohnen zur Kitzrettung erfolgt im Landkreis Uelzen durch die Hegeringe Bevensen, Bienenbüttel, Bodenteich, Dreilingen, Uelzen, Wieren und Suhlendorf
Im Frühjahr werden jedes Jahr bei der Mahd Rehkitze ausgemäht. Die jungen Tiere drücken sich bei Gefahr instinktiv ins hohe Gras und flüchten nicht vor den herannahenden Mähwerken. Häufig werden sie dabei vom Schneidwerk erfasst und schwer verletzt oder getötet.
Um dieses unnötige Tierleid zu verhindern, haben viele Hegeringe der Jägerschaft des Landkreises Uelzen mit Unterstützung verschiedener Förderprogramme Drohnen zur Kitzrettung beschafft und engagierte ehrenamtliche Drohnenteams aufgebaut. Dadurch können deutlich mehr Mähflächen kontrolliert und wesentlich mehr Rehkitze rechtzeitig vor der Mahd entdeckt und in Sicherheit gebracht werden.
Der Einsatz der Drohnenpiloten und Helfer erfolgt vollständig ehrenamtlich. In den frühen Morgenstunden – bevor sich die Flächen durch die Sonne erwärmen und noch vor Beginn ihrer regulären Arbeit – fliegen die Teams die zu mähenden Wiesen ab, um Rehkitze und anderes Wild aufzuspüren und vor dem Mähtod zu bewahren.

Foto: B.Heukamp
Kitzrettung ist Jagdausübung; daher muss mindestens ein Jagdausübungsberechtigter anwesend sein oder es müssen die Jagdausübungsberechtigten eine Erlaubnis zur Kitzsuche vorab ausstellen.
>>>>> Hier gibt es eine Mustererlaubnis zum Download: Mustererlaubnis Kitzrettung
An wen wendet man sich:
Hegering Bevensen
Team Bevensen
Tel.: 01515 – 940 20 97 – Kai Mennerich
Hegering Bienenbüttel
Copterteam Bienenbüttel
Tel.: 0171 – 7 16 79 84 – Torsten Lüneburg
Tel.: 0170 – 9 62 16 69 – Jan-Peter Benz
Tel.: 0172 – 5 49 35 96 – Jorin Kleimann
Mail:
Hegering Bodenteich
Team Retzlaff
Tel.: 0171 – 2 22 05 02
Mail:
Hegering Dreilingen
Ansprechpartner: Hans-Heinrich Hähl
Tel.: 0160 – 4 46 28 73
Hegering Suhlendorf
Team Hegering Suhlendorf – Karl Lüer
Tel.: 0171 – 7 72 19 16
Hegering Uelzen
Ansprechpartner: Dr. Karl-Heinz Salzbrunn
Tel.: 0170 – 5 64 63 72
Hegering Wieren
Ansprechpartner: Dieter Kendzia
Tel.: 0151 – 72 30 81 16
Kitzrettung – den Ablauf optimieren
Damit die Kitzrettung möglichst reibungslos und erfolgreich durchgeführt werden kann, bitten wir um folgende Unterstützung:
- die verwendeten Kitzrettungskörbe oder -behälter gesammelt an das Rettungsteam zurückgeben.
- Das zuständige Kitzrettungsteam möglichst mindestens 24 Stunden vor der geplanten Mahd kontaktieren.
- Einen Termin für die Absuche in den frühen Morgenstunden vereinbaren (je nach verfügbaren Kapazitäten).
- Den genauen Ort der Fläche, die Zufahrtsmöglichkeiten sowie besondere Gegebenheiten mitteilen, zum Beispiel:
– Stromleitungen oder Hochspannungsmasten
– Naturschutzgebiete
– Nähe zu Wohngebieten
– Windkraftanlagen
– Nähe zu Flugplätzen oder Bundesstraßen
– weitere Besonderheiten, die für den Drohneneinsatz wichtig sein können
- Nach Möglichkeit einen Kartenausschnitt (z. B. aus Google Maps) oder die Flurstücksdaten zur Verfügung stellen, damit der Suchflug bereits im Vorfeld programmiert werden kann.
- Nach Möglichkeit Helfer bereitstellen, die
– das Team in die örtlichen Gegebenheiten einweisen,
– sich an der Kitzrettung beteiligen,
– gerettete Kitze während der Mahd sicher außerhalb der Fläche unterbringen,
– die Kitze nach Abschluss der Mahd wieder freilassen sowie
– die verwendeten Kitzrettungskörbe oder -behälter gesammelt an das Rettungsteam zurückgeben.
Spenden
Dennoch geben wir zu bedenken, dass bestimmte Teile der Drohne (z.B. Akkus, Propeller, …) kurzlebig sind, einen begrenzten „Lebenszyklus“ haben bzw. verschleißen, dass laufende Kosten, wie z.B. Versicherung jährlich zu tragen sind. Daher sind wir natürlich bei jedem Einsatz auf Spenden seitens der Auftraggeber angewiesen: Nach dem Verursacherprinzip sind zuvorderst der Landwirt und der Fahrer bzw. Maschinenführer für das Absuchen des Landes verantwortlich. Der Jagdausübungsberechtigte hat lediglich eine Pflicht zur Mitwirkung (§1 Abs. 1 S.1 BJagdG – Pflicht zur Hege).
Nach der Rechtsprechung hat somit der Landwirt alle möglichen und zumutbaren Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um ein Ausmähen von Kitzen zu vermeiden. Die Pflicht zur Kitzrettung liegt beim Landwirt,; das Drohnenteam unterstütz ihn dabei. Dennoch sollte der Landwirt dann auch „spendenbereit“ sein, um die laufenden Kosten zu decken, damit das Projekt auch über mehrere Jahre dem Tierschutz dienen kann.